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Förderprogramm ITEA 3

ITEA 3 will europäische IKT-Forschung dynamischer machen

Schnellere Prozesse, mehr Kooperationen und digitale Roadmap werden wichtige Bestandteile von ITEA 3 ab 2014 sein.

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EUREKA, die europäische Netzwerk­initiative zur Förderung anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung in internationalen Kooperationsprojekten, hat offiziell ITEA 3 auf einer Tagung im Juni in Budapest beschlossen. ITEA 3 wird ab 2014 einen hoch dynamischen und flexiblen Ansatz zur Unterstützung von internationalen FuE-Projekten etablieren.  

ITEA 3 - Was bleibt? Was ändert sich?

ITEA ist eine von der Industrie getriebene Initiative, die mit einem markt- und bottom-up-orientierten Ansatz  vorwettbewerbliche, länderübergreifende Forschungsprojekte unterstützt. Inhaltlich konzentriert sich ITEA auf Fragestellungen im Bereich der Software-intensiven Systeme und Dienstleistungen, wozu beispielsweise intelligente Infrastrukturen, serienmäßige und individuelle Produkte und Dienstleistungen, innovatives Engineering sowie Systemsicherheit gehören. Dieses breite Themenspektrum wird auch weiterhin in der zweiten Verlängerung von ITEA  bestehen bleiben.
Das große strategische Ziel von ITEA 3 ist eine hoch flexible Unterstützung von FuE-Projekten, um auf die sich wandelnden Bedürfnisse und Bedingungen in Forschung und Entwicklung (FuE) angemessen reagieren zu können. Wichtige Elemente zur Erreichung dieses Ziels sind die Prozesse von der Projektidee bis zum Projektstart zu verkürzen, Kooperationen mit weiteren Initiativen zu verstärken und eine digitale ITEA 3-Roadmap einzuführen. Durch die Neuerungen werden der bottom-up-Ansatz forciert und Innova­tionen erleichtert. Seit Mitte 2011 laufen die Vorbereitungen für ITEA 3 von Industrievertretern in Abstimmung mit nationalen Behörden.

Rudolf Haggenmüller, ITEA 2-Vorsitzender, beim EUREKA High Level Meeting in Budapest.

Schnelllebige Zeit macht Dynamik notwendig

Um in Zukunft adäquat auf den ständigen Wandel in FuE reagieren zu können, wird ITEA 3 die Prozesse von der Idee bis zum Projektstart auf zehn Monate herabsetzen. Der zeitliche Ablauf eines ITEA 3-Calls mit den entsprechenden Einreichungsfristen wird daran angepasst werden.
Die Basis für die Ausschreibung von Projekt-Calls wird auch weiterhin eine ITEA-Roadmap sein, die aber ab 2014 in Form eines digitalen Dokuments von Experten kontinuierlich aktualisiert werden wird. Die digitale Roadmap soll es den in ITEA aktiven Partnern ermöglichen, Themen von geförderten FuE-Projekten und den Zeitraum für die dafür benötigten Investitionen flexibel mitzugestalten. Ziel dieser Living-Roadmap ist es, ein immer aktuelles Dokument bereitzustellen; im Gegensatz zu bisherigen statischen Dokumenten, die typischerweise in Jahresabständen überarbeitet werden. Inhaltlich greift die Living Roadmap wichtige gesellschaftliche Herausforderungen auf und stellt den von beteiligten Experten abgestimmten Stand der Technik dar. Die ITEA 3-Roadmap erfüllt zwei zentrale Anliegen: Sie ist das wichtigste Instrument zur Steuerung von Innovationen in ITEA und dient im Evaluierungsprozess als Referenzdokument, da für die Gutachter der jeweils aktuelle Stand der Technik in der Roadmap verfügbar ist und sie diesen mit den Projekt-(Zwischen-)Ergebnissen abgleichen können. Am Ende eines ITEA 3-Projektes wird der Innovationsbericht mit den Projektergebnissen in die Roadmap integriert.
Neben der Living Roadmap und der Beschleunigung der Prozesse bis zum Projektstart, plant ITEA 3 die Beziehungen zu anderen europäischen Initiativen in ähnlichen Domänen weiter ausbauen, wie zur ARTEMIS Joint Undertaking, weiteren EUREKA-Clus­tern, dem im Rahmen des European Institute of Innovation & Technology (EIT) gegründeten ICT Labs und zu nationalen IKT-Kompetenzclustern.
„Der Schwerpunkt unserer Projekte liegt auf Innovationen, Business Impact und einer schnellen Nutzung von Ergebnissen“, sagt der ITEA 2-Vorsitzende Rudolf Haggenmüller. „Während des letzten Jahrzehnts hatten ITEA 2 und dessen Vorgänger ITEA einen großen Einfluss auf die europäische Industrie, die zunehmend auf IKT setzt. Das hat Europas gute Position an der Spitze innovativer FuE weltweit ge­festigt. Mit ITEA 3 wollen wir das hohe Level weiter ausbauen, um sicherzustellen, dass die europäische Industrie global wettbewerbsfähig bleibt.“

Beratungen zu ITEA 3 beim EUREKA High Level Meeting, Juni 2012, in Budapest.

Übergang von ITEA 2 zu ITEA 3 beginnt bereits 2013

ITEA 3 wird 2014 mit der ersten Ausschreibung eines Projekt-Calls starten. Im kommenden Jahr 2013 wird das Vorgängerprogramm ITEA 2 seinen letzten Call for Projects veröffentlichen. Bei diesem letzen Call werden bereits einige der angestrebten Neuerungen eingeführt, um einen reibungslosen Übergang von ITEA 2 auf ITEA 3 zu ermög­lichen (Informationen zum zeitlichen Ablauf eines ITEA 2-Calls finden Sie in Safe­TRANS News 3/2010 auf Seite 4 sowie eine allgemeine Vorstellung des ITEA-Programms in SafeTRANS News 3/2009 ab Seite 10. Verfügbar unter: http://www.safetrans-de.org/de_newsletter.php).

Hintergrundinformationen zu ITEA

ITEA ist ein Bündnis zur Förderung von FuE-Projekten im Bereich der Software-intensiven Systeme und Dienstleistungen im Rahmen der  von 40 Staaten geschlossenen EUREKA-Initiative und gehört zum Bereich ICT-Cluster (weitere EUREKA-ICT-Initiativen sind CATRENE für Nanoelektronik, CELTIC für Telekommunikation und EURIPIDES für Smart Sys­tems). Innerhalb von ITEA hat sich seit dessen Gründung 1998 eine offene Gemeinschaft der verschiedenen an FuE-Projekten beteiligten Partner etabliert.
Die an EUREKA beteiligten Staaten haben jeweils eigene Ländervertretungen, welche Ansprechpartner für das Programm sind und die FuE-Projekte betreuen. Diese Ländervertretungen arbeiten eng mit den nationalen Behörden zusammen, da ITEA selbst keine Fördermittel vergibt, sondern ein Label für förderungswürdige Projekte. Die staatliche Förderung wird nach dem Labelprozess in den Verhandlungen zwischen den Projektpartnern mit den nationalen Behörden eines jeden beteiligten Landes bestimmt. Die Betreuung von deutschen EUREKA-Projekten, und damit auch von ITEA, übernimmt das DLR in Bonn. Das DLR unterstützt somit das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bei allen Aufgaben, die EUREKA betreffen. Weitere Informationen dazu können Sie auf folgender Webseite nach­lesen: www.eureka.dlr.de

Mehr Informationen zum Programm finden Sie unter: www.itea2.org