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SafeTRANS Mitglieder - ICS AG

Für sichere, vernetzte Systeme weltweit im Einsatz: Die Ingenieure der ICS AG

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Was wäre das für eine Welt, in der Züge sich gegenseitige melden, dass die voraus liegende Strecke frei ist, Flugzeuge sich gegenseitig warnen, indem sie sich selbstständig ihre Position mitteilen und Autos an roten Ampel automatisch die Geschwindigkeit reduzieren? Ein Stück sicherer. Utopie? Mit Sicherheit nicht. Diese Dinge sind heute schon möglich, sie machen unseren Alltag sicher, ohne dass es die Reisenden merken oder der Komfort darunter leidet.

Wie ist das möglich? Unter anderem mit modernster Hightech, wie beispielsweise leistungsfähigen Netzwerken und rasanter Datenfunktechnik. Mit Ingenieuren, die um geltende Normen wissen sowie diese mit und weiterentwickeln. Mit Profis im Quality-Bereich, die Software und Systeme nicht nur programmieren, sondern definieren, prüfen und bis zur Zulassung begleiten. Mit Menschen, die sich für ihre Aufgaben begeistern und Ideen umsetzen.
Diese Spezialisten finden sich unter dem Dach der ICS AG. Die ICS bedient mit ihren Business Units die Branchen Automotive, Bahntechnik, Luft- und Raumfahrt, Verteidigungstechnik sowie den Maschinen- und Anlagenbau. Das branchenübergreifende Leistungsspektrum umfasst die Software- und Systementwicklung, die Technologie- und Prozessberatung bis zum Projekt- und Qualitätsmanagement. Die ICS ist Partner der weltweit führenden Unternehmen der jeweiligen Branchen für den kompletten Produktlebenszyklus der eingesetzten, hochkomplexen Systeme.

Cid Kiefer, Vorstand der ICS AG, mit seinem Team in Stuttgart.

Schwerpunkt: Safety-, Mission- und Business-Critical Systems

Das Unternehmen ist branchen­übergreifend tätig als Spezialist für Safety-, Mission- und Business-Critical Systems und liefert sowohl komplette maßgeschneiderte Software- und Engineering-Lösungen, als auch Support durch versierte Fachexperten von der Konzeption bis zur Zulassung dieser Systeme nach den jeweils relevanten Normen: EC 61508, ISO 26262, RTCA DO-178B, EN 50126, EN 50128 und EN 50129.
Das branchenspezifische Wissen wird in den vier Business Units Transportation, Industrial Solutions, Automotive und Advanced Technologies entwickelt und vertieft. In den an Prozessmodellen und Normen ausgerichteten Competence Centern, z.B. für Systems Engineering, Software Development, Verification & Test, Validation, RAMS, Assessment und Quality Assurance, wird Unit-übergreifend gearbeitet und es werden mögliche Synergieeffekte optimal genutzt.
Die Business Unit Transporta­tion entwickelt sicherheitsrelevante Software und Systeme für die führenden Bahnsystemlieferanten rund um den Globus. Die ICS hat sich als unabhängiger Entwicklungsdienstleister in der Bahntechnik etabliert und das Dienstleistungsspektrum sowie Applikations-Know-how konsequent ausgebaut. Für die Leit- und Sicherungstechnik (ESTW, ETCS), als auch für die elektronischen Komponenten und Leitsysteme von Schienenfahrzeugen (TCMS) bietet die ICS kompetente und umfangreiche Engineering-Dienstleistungen an.
Die Spezialisten der Business Unit Industrial Solutions unterstützen die Kunden im Bereich der Fertigungslogistik (Supply-Chain-Management), Infrastruktur, dem Qualitäts-Management sowie beim Betrieb von ERP-Systemen mit Fokus SAP und Logistik. Dies umfasst Prozessanalyse, Projektmanagement, Anforderungsdefinition, Technologieberatung, Implementierung und Integration. Für die Dienstleistungen kommen selbst entwickelte Frameworks zur Implementierung sowie Modelle zur Generierung (MDD, MDA) zum Einsatz. Für Analyse und Design werden bewährte und akzeptierte Standards, wie z. B. UML 2.0, genutzt.  
In der Business Unit Automotive werden zukunftsweisende embedded Software-Lösungen für Steuergeräte, Kommunikationsplattformen und Multimediaarchitekturen im Fahrzeug entwickelt. Basis sind etablierte BUS-Systeme (LIN, CAN, MOST®, FlexRay™) und Software-Architekturen nach AUTOSAR®. Das Leistungsspektrum umfasst Requirements Engineering, Systems Engineering, Software Engineering bis hin zur Realisierung von sicherheitskritischen Applikationen gemäß ISO 26262. Die ICS AG ist deutschlandweit und international im Einsatz für verschiedenen Hersteller und Zulieferer in den Bereichen Telematik und Infotainment, wo Navigationskernels getestet und konzeptioniert und HMI-Schnittstellen entwickelt werden. Dazu kommt Car-2-X Communication, bei der das Fahrzeug mittels Datenfunk mit Einrichtungen der Infrastruktur kommuniziert, sowie die Entwicklung von Demonstratoren für E-Mobility und der Weiterentwicklung der Fahrzeugvernetzung. Weitere Schwerpunkte sind die Anwendungsbereiche Fahrwerk und Antriebsstrang inklusive X-by-Wire und das Batteriemanagement.
Die Business Unit Advanced Technologies fast das Experten-Team aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt und ein eigenes Methodenteam zusammen. Das Methodenteam kümmert sich unternehmensweit um die Optimierung und Standardisierung aller relevanten Methoden, Prozesse und Tools. Wichtige Arbeitsprinzipien sind die Auswertung von Lessons Learned mit der Identifikation und Sammlung von Best Practices sowie Pilotierung und Evaluierung neuer Methoden, Prozesse und Tools.
Das Aerospace & Defence-Team entwickelt Lösungen und Konzepte für sicherheitsgerichtete Systeme. Das Leistungsspektrum reicht dabei vom Requirements Engineering über Safety Management und modellbasierte Softwareentwicklung bis zur Verifikation und Validation. Die Anwendungen betreffen sowohl On-Board Geräte (bis Level A / SIL 4) gemäß DO-178B beziehungsweise DIN EN 61508, als auch Bodenstationen und Missionsplanungstools.

Nachhaltigkeit durch Zusammenarbeit

Ihr nachhaltiges Engagement bringt die ICS als Mitglied in maßgebenden Organisationen und Verbänden ein. So ist sie beispielsweise Mitglied des VDB e.V. (Verband der Bahnindustrie in Deutschland), der Gesellschaft für Informatik sowie seit 2010 in SafeTRANS.
www.ics-ag.de

Shortcuts: ICS AG

Unternehmen: Informatik Consulting Systems AG
Zentrale: Stuttgart
Gründung: 1966
Umsatz: 11,2 Mio. Euro
Mitarbeiter: 150
 
Fragen an Cid Kiefer, Vorstand ICS AG:
 
Wo sehen Sie im Bereich der Software- und Systementwicklung die größte Herausforderung der Zukunft?
Eine sehr große Herausforderung liegt in der Abwägung von generischen und individuellen Anteilen in der Software (SW). Der Kunde wünscht sich häufig speziell zugeschnittene Lösungen, gleichzeitig müssen die Systeme gut wartbar und Release-fähig bleiben. Dafür ist allerdings weniger Individualisierung und mehr Generalisierung nötig. Mithilfe der Parametrisierung eines generischen Ansatzes an spezielle Anforderungen kann dies gelingen.
 
Sehen Sie bezüglich Generalisierung bzw. Standardisierung Unterschiede in den Branchen?
Die Bereiche Aerospace, Transportation und Defence sind klassische Oligopole, mit relativ geschlossenem Markt. Standardisierung ist hier nicht so stark zu spüren. Im Automotive-Bereich dagegen sind die Standardisierungsbestrebungen höher, weil die Produktlebenszyklen viel kürzer sind und der Aufwand bei Systemwechseln damit sehr viel größer ist. Hier wird die Standardisierung bis zu einem gewissen Grad von den OEMs unterstützt. Andererseits stehen die Automobilhersteller vor der oben genannten Herausforderung der Differenzierung, die stark an die Systemlieferanten geknüpft ist. Allerdings haben die OEMs in der Vergangenheit die Systemintegration unterschätzt. Die SW ist zunehmend ein Abgrenzungsmerkmal und die Qualität wird immer wichtiger. Nur ein „Montage-OEM“ zu sein, der sich auf die Systeme der Lieferanten verlässt, reicht nicht aus. Die Komplexität der Gesamtarchitektur muss beachtet werden. Die Systemintegration und der Testaufwand sind dabei beachtlich - und in diesem Punkt sind sich alle Domänen ähnlich.
 
Was fasziniert Sie persönlich an Embedded Systems?
Das Zusammenspiel von HW und SW in diesen Regelkreis-basierten Systemen ist wahnsinnig spannend, vor allem hinsichtlich Antwortzeiten, Selbstüberwachung, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Abdeckung der Anforderungen. Embedded Systems können menschliches Fehlverhalten ausgleichen, sind aber vom Menschen geschaffen und werden, trotz extremer Komplexität, (noch) vom Menschen kontrolliert.