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Editorial

Intelligente Cyber-Physical Systems steigern die Innovationsfähigkeit Europas

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Die nächste Generation von Cyber-Physical Systems (CPS) wird autonom sein, den Menschen in das Zentrum stellen und in der Lage sein, zu lernen. CPS werden eine Vielzahl von intelligenten Artefakten vernetzen und „smarte“ Umgebungen für uns Menschen schaffen - in unseren Wohnungen, Autos, Büros, Fabriken sowie in öffentlichen Gebäuden und Plätzen. Europäische Forschung steht an der Spitze in der Beherrschung der enormen Komplexität solcher Systeme, die z.B. in Automobil-, Energie-, Luft- und Raumfahrtanwendungen zum Tragen kommen.

Unterstützt durch das Europäische 7. Rahmenprogramm, die Gemeinsame Technologie-Initiative ARTEMIS, ITEA und durch leistungsstarke nationale und regionale Programme hat europäische Forschungs- und Innovationstätigkeit in wichtigen Bereichen zu Technologieführerschaft geführt. Beispiele sind das Design von hoch zuverlässigen, zeit- und sicherheitskritischen eingebetteten Systemen oder die effiziente Nutzung von Mehrkern-Prozessorarchitekturen in Bereichen, in denen sich zeit- und sicherheitskritische Anwendungen Rechen-, Speicher- und Netzressourcen mit weniger kritischen Anwendungen teilen. Die SafeTRANS-Mitglieder und ihre Aktivitäten sind ein wichtiger und erfolgreicher Bestandteil der Europäischen Forschungs- und Innovationslandschaft auf diesem Gebiet.

Europa steht vor großen Herausforderungen, seine derzeitigen Stärken bei industriellen und professionellen IKT-Systemen in zukünftiges Wachstum und Beschäftigung umzusetzen: CPS entstehen u.a. durch die Konvergenz von eingebetteten Systemen und Internet-basierten Anwendungen, wobei die europäische Position im Bereich Internet-basierter Anwendungen schwächer ist. Wettbewerber aus beiden Welten konkurrieren um dieselben neu entstehenden Märkte.
Für Europas Wettbewerbsfähigkeit ist es unerlässlich, in zukünftige Plattformen und daran gekoppelte Ökosysteme zu investieren, die elektronische Bauelemente und Systeme sowie Geschäftsmodelle von morgen nutzen. Es muss uns gelingen, unsere Innovations­fähigkeit auf der Basis zukünftiger CPS auch auf neue, entstehende ­Märkte, wie das „smarte“ Haus, „smarte“ Städte oder „smarte“ Mobilität, zu übertragen. Um dies zu ermöglichen, plant die EU bis zu 1 Mrd. € in ihrem neuen Programm Horizon 2020 für Forschung und Innovation im Umfeld intelligenter CPS bereitzustellen. Mit der geplanten neuen Gemeinsamen Technologie-Initiative ECSEL ebnet Europa den Weg für eine verstärkte Zusammenarbeit der Akteure entlang der nicht-linearen Wertschöpfungsketten von IT-intensiven Produkten und Dienstleistungen.
Wir laden alle Interessenten in Europa ein, sich an diesen Bemühungen zu beteiligen und dazu beizutragen, dass die Vision von intelligenten CPS in Europa Wirklichkeit wird.

Dr. Max Lemke, 
Kommissarischer Referatsleiter für Komplexe Systeme und Advanced Computing; EU-Kommission; Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien