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EU-Förderung: ECSEL Call 2014

ECSEL Call 2014: Förderung ist vom Technologiekonzept bis zum qualifizierten System möglich

Der Call 2014 des Förderinstruments ECSEL wurde am 9. Juli veröffentlicht. FuE-Projekte können bis 17. September eingereicht werden.

Inhaltsverzeichnis

Zu den Schlüsselkompetenzen wichtiger europäischer Wirtschaftszweige gehören u.a. die sich teilweise überlappenden Gebiete Mikro-/Nanoelektronik, Embedded/Cyber-Physical Systems und Smart/Micro Systems. Diese sogenannten ECS-Technologien sind z.B. für 80% bis 90% der wettbe­werbs­entscheidenden Eigenschaften in der Automobil- und Avionik-Domäne verantwortlich.
Industriegetriebene FuE-Projekte für ECS-Themen unterstützt das europäische Förderinstrument ECSEL Joint Undertaking (JU). Verbundprojekte können sich bei der JU um finanzielle Mittel von der EU und den Mitgliedstaaten bewerben.
Die erste Ausschreibung für FuE-Projekte in ECSEL wurde am 9. Juli 2014 mit dem Annual Workplan und dem Multi-Annual Strategic Plan (MASP) veröffentlicht. Der Workplan enthält im wesentlichen Informationen zu den formalen Bestimmungen, wohingegen der MASP im Schwerpunkt die Förderthemen darstellt. Um den gesamten Entwicklungszyklus der Systeme adressieren zu können, teilt sich der Call in zwei eigenständige Ausschreibungen, die unterschiedliche Technologiereifegrade adressieren:

  • Research and Innovation Actions (ECSEL-RIA) - TRL 2 bis 5,
  • Innovation Actions (ECSEL-IA) - TRL 4 bis 8.

Beiden Ausschreibungen liegen der ECSEL-Workplan und -MASP zugrunde. Die Höhe der TRL entscheidet auch über die Förderrate der Projekte. So werden alle Partner innerhalb einer RIA von der EU mit 50% der förderfähigen Ausgaben unterstützt. Die gesamten EU-Mittel für ECSEL-RIA in 2014 belaufen sich auf 40 Mio €. IA-Partner erhalten aus dem europäischen Topf je nach Institution folgende Fördersätze: Großunternehmen: 25%, KMU: 35% und Forschungseinrichtungen: 50%. Die EU-Mittel für ­ECSEL-IA in 2014 betragen 95 Mio €. Für die gesamte Projektförderung sind zusätzlich auch die nationalen Förderbedingungen für jeden Projektpartner zu beachten.

Themen und Einreichung

Die inhaltlichen Themen der Ausschreibung werden ausführlich im ECSEL MASP 2014 beschrieben und lassen sich zusammenfassen unter "Smart-Everything Everywhere". Sie gliedern sich in zwei Bereiche: Anwendungsgebiete (Key Applications) und Basisfähigkeiten (Essential Capabilities) - die sogenannten Thrusts (siehe Grafik).

Thrusts des ECSEL Call 2014.

Ein übergeordnetes technologisches Thema betrifft die Standardisierung, um der Fragmentierung von Märkten entgegenzuwirken. Dieser Bereich beinhaltet den von Safe­TRANS unterstützten Ansatz einer durch alle Stakeholder abgestimmten Interoperabilitätsspezifikation für Entwicklungswerkzeuge (siehe Artikel zu Interoperabilität in dieser Ausgabe). Alle Themen des MASP sind sowohl für RIA als auch für IA offen.
Projekte können als eine von drei Formen eingereicht werden:

  • Research and development projects - TRL 2 bis 5 (ECSEL-RIA)
  • Pilot lines and test beds - TRL 4 bis 8 (ECSEL-IA)
  • Demonstrators, innovation pilot projects and zones of full-scale testing - TRL 4 bis 8 (ECSEL-IA)

Die höheren TRL orientieren sich an den bisherigen Erfahrungen der  Projektform der Pilot Lines aus der ENIAC JU und Innovation Pilot Projects aus der ARTEMIS JU.
Die Evaluierungkriterien für RIA- und IA-Projekte betreffen Excellence, Impact und Quality and efficiency of implementation.
Zu beachten ist, dass für ein IA-Projekt der Impact mit 1.5 gewichtet ist, wohingegen die anderen Kriterien sowohl für IA als auch RIA jeweils mit 1 gewichtet sind.
Um am ECSEL Call 2014 teilzunehmen, muss das Projektkonsortium (bestehend aus mindestens drei voneinander unabhängigen Institutionen aus drei ECSEL-Mitgliedstaaten oder assoziierten Staaten) ein Full Project Proposal bis 17. September 2014 über das Online-Portal der Europäischen Kommission, das Participant Portal, einreichen. Kein Bestandteil der Einreichung sind die Expressions of Interest, die bereits vor der Veröffentlichung des Calls von den Verbänden der FuE-Akteure (AENEAS, ARTEMIS-IA und EPoSS) angefragt wurden.

Deutsche Bestimmungen

Da ECSEL europäische und nationale Förderung verbindet, haben  die nationalen Staaten jeweils eigene inhaltliche und formale Förderbestimmungen, so auch Deutschland:
Die Themen und Förderbudgets sind auf die zwei BMBF-Referate Elektroniksysteme (electronics and smart systems) und  IT-Systeme (software intensive and cyber-physical systems) aufgeteit.
Generell können Projekte zu allen Call-Themen vom BMBF gefördert werden. Allerdings gibt es zwei Schwerpunkte im Referat IT-Systeme:

  • das Anwendungsgebiet Smart-Production und
  • die Basisfähigkeit Cyber​​-Physical Systems.

Des Weiteren müssen die Themen zur High-Tech-Strategie und zum Programm IKT 2020 beitragen (High-Tech-Strategie: www.bmbf.de/pub/hts_2020.pdf, IKT 2020: www.bmbf.de/pub/ikt2020.pdf). Ausgeschlossen von der Förderung in 2014 sind Themen rund um Home Entertainment and Gaming im Anwendungsgebiet Smart Society.
Das Budget für deutsche Projektpartner für RIA und IA beträgt 35 Mio. €, die sich wie folgt auf die zwei Referate verteilen:

  • BMBF Elektroniksysteme: RIA 12 Mio. € + IA 6 Mio. € (Mittel, die für RIA nicht abgerufen werden, sind für IA verfügbar),
  • BMBF IT-Systeme: RIA + IA 6 Mio. €

Darüber hinaus sind Länderförderungen für Themen im Bereich Elektronik und Smart Systems abrufbar. Hier stellt das Land Sachsen für Projektpartner aus Sachsen 11 Mio. € zur Verfügung.
Der Gesamtaufwand von Projekten mit deutscher Beteiliung muss bei  mindestens 100 Personenjahren liegen. Dabei muss die Beteiligung deutscher Partner mindestens 10% ausmachen und mindestens 6 Personenmonate in jedem technischen Arbeitspaket, an dem der Partner beteiligt ist, betragen.
Um deutsche Fördermittel nach einer erfolgreichen  Evaluierung beantragen zu können, muss ein rechtlich verbindlicher nationaler Antrag bis spätestens eine Woche nach Ablauf der ECSEL-Einreichungsfrist, d.h. bis 24.09., abgegeben werden.
Weitere Bestimmungen und die Kontakte der nationalen Ansprechpartner sind im Workplan aufgeführt.

Allgemeine Informationen

Die ECSEL JU ist im Rahmen der Programmlinie Leadership in enabling and industrial technologies im europäischen Förderprogramm für Forschung, Entwicklung und Innovation Horizon 2020 angesiedelt (mehr zu Horizon 2020 siehe: SafeTRANS News 3/2013 und 1/2014;  Hintergrundinformationen zu ­ECSEL sie­he SafeTRANS News 2/2013 und 1/2014).
ECSEL ermöglicht große europäische, industriegetriebene Projekte, um umfassende, grenzüberschreitende Ergebnisse erzielen zu können. Durch die FuE-Projekte im Rahmen von ECSEL können Kooperationen und ein dynamisches Umfeld bestehend aus Forschungseinrichtungen, Großunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) entstehen, sodass Innovationen beschleunigt werden können.
Alle Informationen zum ECSEL Call 2014 sind abrufbar unter:
www.ecsel.eu
Deutsche ECSEL-Website:
www.ecsel-ju.de