Inhalte

Aktuelle Meldungen

Aktuelle Meldungen

Neues aus dem Forschungs- und Wirtschaftsumfeld

Inhaltsverzeichnis

SafeTRANS News Print: Magazin in neuem Look

Wir haben unser gedrucktes Magazin SafeTRANS News Print überarbeitet: Ausführliche Inhalte in neuem Design informieren zwei Mal jährlich über alles Wichtige im Bereich domänenübergreifender Forschung und Entwicklung sicherheitskritischer eingebetteter Systeme, mit dem technologischen Schwerpunkt auf Entwicklungsmethoden und Prozessen. 
Detaillierte Bericht über nationale und europäische Förderprogramme, den Verlauf von FuE-Projekten, strategische Entscheidungen auf oberster Ebene und vieles weitere Wissenswerte rund um Forschung und Entwicklung in Verbundprojekten werden berichtet. 
Wir stellen Strategien vor, sprechen mit den beteiligten Personen und zeigen den Weg von der technischen Herausforderung über die Idee bis zum bewilligten Projekt, auf nationaler und europäischer Ebene.
SafeTRANS News Print liefert Einblicke und Hintergrundinformationen über aktuell spannende Themen aus dem FuE-Umfeld und Verbundprojekten.
Registrieren Sie sich für das kostenfreie Magazin und den digitalen Newsletter auf unserer Webseite unter: http://www.safetrans-de.org/de/Aktuelles/Anmeldung.php

EU-Projekt CP-SETIS erfolgreich beendet: Wichtiger Schritt für interoperable Werkzeuge

Das europäische Verbundprojekt CP-SETIS endete im Mai 2017 sehr erfolgreich. Das Hauptziel, den bereits in vergangenen FuE-Projekten angestoßenen Standard für Entwicklungswerkzeuge von Cyber-Physical Systems, die IOS (Interoperability Specificaiton), zu stärken konnte vorrangig durch zwei wichtige Ergebnisse erreicht werden:
Für Multi-Standards, die diverse Standards integrieren, wurde mit allen Partnern ein 2-dimensionlar Standardisierungsprozess definiert.
Die weitere Pflege des Multi-Standards IOS über die Projektlaufzeit hinaus wird durch das in CP-SETIS geplante und initierte IOS Cooperation Forum (ICF) ermöglicht.
Das Bestreben auf europäischer Ebenen die IOS als Standard für die Verknüpfung von Entwicklungswerkzeugen verschiedener Disziplinen und Plattformen zu etablieren bringt einschlägige Vorteile: Sie macht den CPS-Entwicklungsprozess schneller, weniger fehleranfällig und damit kostengünstiger.
Die IOS baut auf bestehenden Standards auf (z.B. OSLC), entwickelt diese bei Bedarf weiter oder konzipiert neue Spezifikationen.
Als zukünftige Plattform für die weitere Pflege der IOS wird das IOS Cooperation Forum alle weiteren Schritte übernehmen. Das ICF wird in der europäischen Technologie-Plattform ARTEMIS-IA verankert sein. Die Leitung des ICF übernimmt Prof. Dr. Martin Törngren (KTH), die technische Leitung verantwortet Dr. Frédéric Loiret (KTH).
Der kommende IOS Workshop in Händen des ICF wird am 6. Februar 2018 stattfinden (siehe Meldung zum Interoperability Coordination Workshop, Seite 5). Weitere Informationen zur IOS unter:
http://news.safetrans-de.org/archiv.html

Übersicht CP-SETIS

Projekt  CP-SETIS (Towards Cyber-Physical Sysems Engineering Tools Interoperability Specification)
Programm Horizon 2020
Grant Agreement No. H2020 645149
Laufzeit 01.03.2015 – 31.05.2017
Volumen 780.000 Euro 
(Förderung: 699.000 Euro)
Koordinator SafeTRANS
Partner AIT, ARTEMIS-IA, AVL LIST, KTH, OFFIS, SIEMENS, THALE

https://cp-setis.eu

Interoperability Coordination Workshop am 6. Februar 2018 in Berlin

Der Interoperability Coordination Workshop widmet sich der Information und Abstimmung über Aktivitäten im Rahmen von interoperablen Prozessen und Werkzeugen für die Entwicklung zukünftiger Cyber-Physical Systems (CPS). Der offene Workshop findet in Kooperation mit dem ARTEMIS-IA Brokerage Event von 9:00 Uhr bis 12:30 Uhr am 6. Februar in Berlin statt. Als erster Workshop ausgerichtet vom Interoperability Coordinations Forum, kurz ICF, verfolgt der Workshop vorrangig drei Ziel:

  1. Die Vorstellung des ICF. Das ICF ist die europäische Anlaufstelle für Aktivitäten im Bereich Interoperabilität für Embedded Systems/CPS und die Plattform für Vertreter aus Forschung, Industrie und Standardisierungsgremien. Das ICF ist Teil der Standardisation Working Group des europäischen Verands ARTEMIS-IA.
  2. Über Ergebnisse informieren. die im Rahmen der Aktivitäten rund um die Werkzeug- und Prozess-Interoperabilität entstanden sind. Das beinhaltet u. a. die Interoperabilitätsspezifikation IOS, die Datenverknüpfung mit OSLC, FMI und HLA (Co-Simulation) sowie der Präsentation von relevanten Ergebnissen laufender Projekte wie ACOSAR, ENABLE-S3 und ARROWHEAD.
  3. Die Konkretisierung von Projektideen und die Diskussion über die Zusammenarbeit in Interoperabilitätsfragen.

Hintergrund: Als Teil von abgeschlossenen und laufenden EU-Projekten werden häufig Spezifikationen, Frameworks, Open-Source-Software und andere Bausteine entwickelt. Viele davon beziehen sich auf verschiedene Aspekte der Interoperabilität, beispielsweise auf Middleware, Daten- oder Modellaustauschformate und Co-Simulationsansätze. Die zunehmende Konnektivität und Integration der Werkzeuge und Systeme erhöht weiter die Bedeutung der Interoperabilität. Zukünftig werden viele Aktivitäten und Projekte Interoperabilität erfordern. Um das bereits vorhandene Wissen zu nutzen und weiter zu entwickeln sowie Doppelarbeit zu vermeiden, müssen die bisherigen Ergebnisse verbreitet und genutzt werden. Dazu wird der Interoperability Coordination Workshop einen wichtigen Beitrag leisten. Kurze Präsentationen werden genügend Raum für ausführliche Diskussionen und Gespräche lassen. Der Workshop ist offen für alle Interessierten und wendet sich vorrangig an Forscher, Entwickler und Entscheider, die im Bereich Methoden, Prozesse und Werkzeuge für Cyber-Physical Systems tätig sind.

Teilnehmer sind eingeladen kurze Beiträge einzureichen, die

  1. Interoperabilitätsergebnisse und -ressourcen beschreiben und/oder 
  2. Projektideen, bei denen Interoperabilitätsaspekte eine starke Komponente darstellen. 

Die Registrierung wird ab Mitte Dezember 2017 möglich sein. Workshopbeiträge und Fragen können gestellt werden an: icf@artemis-ia.eu

Workshop des ICF im Überblick:

Datum 06. Februar 2018
Zeit 9:00 Uhr bis 12:30 Uhr
Ort Maritim proArte Hotel, 
Friedrichstraße 151, 10117 Berlin

(In Kooperation mit ARTEMIS-IA und unmittelbar vor dem ARTEMIS-IA Brokerage Event)

ECSEL SRA erscheint Anfang 2018

Im Januar 2018 wird die europäische Joint Undertaking ECSEL die „Strategic Research Agenda“, kurz: SRA, veröffentlichen. Ziel ist es, Forschungsthemen im Bereich elektronische Komponenten und Systeme, einschließlich Embedded und Cyber-Physical Systems, zwischen den verschiedenen Einrichtungen aus Industrie und Wissenschaft auf europäischer Ebene abzustimmen. Die SRA beschreibt die zukünftigen Herausforderungen und bildet die high-level Grundlage für Förderthemen in den jährlichen ECSEL-Calls.
An der Erstellung der SRA war SafeTRANS neben der Robert-Bosch GmbH und dem edacentrum als Co-Leiter des Kapitels „System and Components: Architecture, Design, and Integration“ federführend beteiligt. Die FuE-Themen werden als sogenannten „High priority R&D&I areas“ aufgelistet.
Erstmal wird die ECSEL SRA von den drei Verbänden EPoSS, AENEAS und ARTEMIS Industry Association gemeinsam herausgegeben. Die drei Verbände repräsentieren die europäische Industrie und Wissenschaft aus den Bereichen Smart Systems Integration, Mikro- und Nanoelektronik sowie Embedded/Cyber-Physical Systems.
ECSEL (Electronic Components and Systems for European Leadership) ist ein Förderinstrument des europäischen Forschungsrahmenprogramms Horizon 2020.
http://www.ecsel.eu

HELLA ist neues SafeTRANS-Mitglied

Seit Mitte 2017 ist HELLA neues Mitglied im Verein SafeTRANS. Die Aktivitäten des HELLA Konzerns gliedern sich in drei Segmente: automobile Lichttechnik und Elektronik, Aftermarket Produkte sowie Licht- und Elektronik für Baumaschinen- und Bootsherstellern bis hin zu Kommunen und Energieversorgern.
In SafeTRANS wird der Bereich HELLA Automotive die Entwicklung von elektronischen Komponenten und Systemen, radarbasierten Fahrerassistenz-Systemen sowie adaptiven Lichtsystemen für Fahrzeughersteller und andere Zulieferer einbringen. HELLA orientiert sich dabei an den zentralen Megatrends der Automobilindustrie: Umwelt, Sicherheit und Komfort.
Seine Innovationskraft baut HELLA langfristig durch die SafeTRANS-Mitgliedschaft weiter aus, indem der Kontakt zu wissenschaftlicher Forschung und Kooperationen mit Know-how-Trägern anderer Anwendungsgebiete im Bereich der vorwettbewerblichen Entwicklung von Prozessen und Methoden für sicherheitskritische eingebettete Systeme konzentriert verstärkt wird.
www.hella.com

Erste Messungen im Testfeld Niedersachsen

Der Aufbau des Testfeldes Niedersachsen für automatisiertes und vernetztes Fahren beginnt. Ab Oktober 2017 errichtet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) drei mobile Masten, mit denen die Forscher die Technik zur Erfassung des Verkehrs testen. Die nun aufgestellten sechs Meter hohen Masten sind mit Sensorik zur anonymisierten Erfassung des Verkehrsgeschehens ausgerüstet. Damit können die Forscher wichtige Erkenntnisse darüber gewinnen, welche Veränderungen automatisierte und vernetzte Fahrzeuge auf das Fahrverhalten und den gesamten Verkehr bewirken.
Die ersten Messungen der Masten dienen der Prüfung der Technik und sollen Aufschluss darüber geben, wo und wie viele Masten 2018 an der Strecke fest installiert werden. „Das Testfeld Niedersachen dient Unternehmen und Wissenschaftlern zur Entwicklung automatisierter und vernetzter Fahrzeugfunktionen und Mobilitätslösungen“, erläutert Prof. Dr. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für Verkehr und Energie. „Mit diesem einzigartigen Instrument für Tests im öffentlichen Raum können wir beispielsweise das Fahrverhaltens unter realen Bedingungen beobachten und Fahrzeugintelligenz so zielgerichtet für bestmögliche Effekte entwickeln.“

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und DLR-Vorstand Prof. Karsten Lemmer geben Startschuss für die Erfassungstechnik an der Autobahn (© DLR)

Das DLR investiert 2,5 Millionen Euro aus der BMWi-Grundfinanzierung in den Aufbau des Testfeldes Niedersachsen und erhält eine Förderung von 2,5 Millionen Euro vom Land Niedersachsen aus Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Das Testfeld Niedersachsen erstreckt sich nach seinem vollständigen Aufbau über 280 Kilometer auf den Autobahnen A 2, A 39, A 391 sowie mehrere Bundes- und Landstraßen. Neben dem Aufbau der Erfassungstechnik wird ab 2018 auch die Strecke hochgenau kartographiert und für Simulationen aufbereitet. Mit der Errichtung von Kommunikationstechnik entlang der A 39 wird auch die Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Technologie (Car2X) erforscht. Das Testfeld ermöglicht es, das Fahrverhalten und den Verkehrsfluss aus einer Vogelperspektive zu analysieren, verschiedene Szenarien zur Einführung automatisierter und vernetzter Fahrzeuge zu simulieren oder die Wirksamkeit neuer Verkehrsdienste und intelligenten Infrastrukturkomponenten zu erproben. Mit der Fertigstellung Ende 2018 beginnt die anschließende Nutzungsphase des Testfelds Niedersachsen, das als offene Plattform für Industrie und Forschung und ihre Fragestellungen individuell nutzbar ist.
Partner in dem Projekt sind neben dem DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik und dem Land Niedersachsen auch der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V., Continental AG, IAV GmbH, NordSys GmbH, Oecon Products & Services GmbH, Siemens AG, Volkswagen AG und Wolfsburg AG.
www.dlr.de

Mobile Messtechnik (© DLR)

VDA-Forschungsprojekt entwickelt neue Ansätze für den Umgang mit Zeit beim hochautomatisierten Fahren

Die Automobilindustrie forscht intensiv an umfassenden Fahrerassistenzsystemen (ADAS) und Funktionen für das hochautomatisierte Fahren (HAF). Eine wichtige Komponente für die technischen Systeme ist der Umgang mit Zeitzuständen von Informationen und Daten. Dazu gehört z. B. die Erkennung und Bewertung von komplexen, dynamischen Situationen in Echtzeit und die daraus resultierende Handlung des Systems.
Das von der Forschungsvereinigung Automobiltechnik des Verbands der Automobilindustrie e.V. (VDA) unterstützte Projekt MULTIC (Design Paradigms for Multi-Layer Time Coherency in ADAS and Automated Driving) behandelte genau diese Herausforderung.
Erweiterte Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren umfassen modulare interaktive Softwarekomponenten, die typischerweise auf einer geschichteten Architektur aufbauen. Da diese Komponenten in der Regel von verschiedenen Teams entwickelt werden, die mit unterschiedlichen Werkzeugen arbeiten und verschiedene Berechnungsmodelle nutzen, ist eine schlüssige und mit allen zeitlichen Anforderungen kohärente Integration aller Komponenten eine große Herausforderung innerhalb des Entwicklungsprozesses. Für eine kontinuierliche Behandlung der Zeit auf allen Ebenen einer geschichteten Architektur müssen Entwurfs- und Programmierparadigmen sowie Schnittstellen in einen gemeinsamen semantischen Rahmen integriert werden. Insbesondere die konsistente Beschreibung der Schichtübergänge hinsichtlich ihres Zeitverhaltens durch adäquate Kombinationen von Spezifikations-, Modellierungs- und Programmieransätzen sowie geeigneter Analysemechanismen muss erreicht werden. Dazu wurden in MULTIC vier neue Entwurfsparadigmen zur durchgängigen und kohärenten Behandlung von Echtzeiteigenschaften in umfassenden Fahrerassistenzsystemen und hochautomatisierten Fahrfunktionen entwickelt (siehe Abbildung):

  • Compositional Semantic Framework
  • Timing Specifications
  • Models of Computations
  • Converter Channels
MULTIC Design Paradigmen (© FAT - Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V.)

MULTIC bestand aus insgesamt drei Arbeitspakten:

  1. Designparadigmen, 
  2. Designansatz und 
  3. die Entwicklung eines Demonstrators für mehrschichtige Zeitkohärenz bei ADAS und hochautomatisiertem Fahren.

Das Projekt MULTIC wurde vom Oldenburger Forschungsinstitut für Informatik OFFIS durchgeführt und vom Arbeitskreis 31 der Forschungsvereinigung Automobiltechnik (FAT) des VDA „Elektronik und Software“ unterstützt. Die Projektergebnisse sind verfügbar in der FAT-Schriftenreihe 302, 16. Oktober 2017.
www.vda-fat.de
www.offis.de