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Testfeld: ALP.Lab

Testen auf realen Straßen und digital voll integriert ebnet den Weg in die Mobilität der Zukunft

In der Steiermark wurde im September das ALP.Lab zur Erforschung automatisierten Fahrens eröffnet.

Inhaltsverzeichnis

Noch ist es eine Vision: Im Auto von der Haustüre bis zum Zielort zu fahren, ohne sich dabei auch nur ein einziges Mal auf den Verkehr konzentrieren zu müssen. Gegenwärtig ist der Forschungsbedarf im Bereich automatisierter Fahrzeuge enorm. Besonders für das Testen unter möglichst realen Bedingungen sind ausgewiesene Areale notwendig, um die Technik in komplexen Situationen erproben bzw. neue Testmöglichkeiten entwickeln zu können. Genau an diesem Punkt setzt die ALP.Lab GmbH an: Sie vereint das nötige Wissen mit der notwendigen Infrastruktur.

Die ALP.Lab GmbH (Austrian Light Vehicle Proving Region for Automated Driving) ist Österreichs erstes Testzentrum für automatisiertes Fahren und ermöglicht die Nutzung zahlreicher öffentlicher und privater Teststrecken. Die Gründungspartner AVL List, Magna Steyr, TU Graz, Joanneum Research und Virtual Vehicle haben eine führende Rolle bei der Entwicklung von Technologien für automatisierte Fahrsysteme und binden mit dem österreichischen Autobahn- und Straßenbetreiber ASFINAG einen Partner mit Zugang zur benötigten Infrastruktur und Sensorik ein. Die mit Video und Datennetzwerken ausgestatteten Testkilometer belaufen sich auf über 100 km Gesamtlänge. Mit einem leistungsstarken Datenservice inklusive Datenfusion werden so erweiterte Analysen und Auswertungen, quasi aus der Sicht von oben, ermöglicht.

Zentraler Bestandteil: Daten- und Cloud-Services

Ziel des ALP.Lab ist es, eine einmalige Umgebung für das Testen automatisierter Fahrfunktionen zu schaffen. Dafür konzentriert sich das ALP.Lab auf Services im Rahmen der Daten- und Cloud-getriebenen Testinfrastruktur auf digital voll integriertes Testen. Dies umfasst virtuelle Teststände und -szenarien sowie die Aufbereitung und Auswertung der verschiedensten Daten generiert von Testfahrzeugen und aus Infrastrukturmessungen. Dank einer digital durchgängigen Testkette und umfangreichen Simulationsumgebungen können Tests wesentlich zeit- und kostensparender durchgeführt werden.
Die Abbildung zeigt den Kreislauf der einzelnen Testmöglichkeiten, die auf den Daten- und Cloud-Services aufbauen. Die nebenstehende Tabelle gibt einen technischen Überblick.

Abbildung: Die im ALP.Lab umgesetzte digital voll integrierte Testinfrastruktur
für automatisiertes Fahren, bestehend aus:

  • öffentlichen Teststrecken (Public Road Test)
  • Model-, Software-in-the Loop: Testen von Software-Funktionen für Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Steuerung
  • Hardware-in-the-Loop (HiL): mit Fahrsimulator sowie 
  • Validierung/Qualifizierung von Sensoren 
  • Vehicle-in-the-Loop (ViL): Prüfung der Assistenzsysteme am Prüfstand, 
  • Test von sicherheitskritischen Szenarien 
  • Teststrecken (Proving Ground Test): Reproduzieren von 
  • gefährlichen Szenarien, individuelle Szenarien und Manöver
    (Quelle: ALP.Lab GmbH)

Neben der guten technologischen Ausstattung bietet das ALP.Lab ideale Voraussetzung für herausfordernde Tests dank verschiedener Straßenverhältnisse mit Serpentinen, Tunnels, Mautstationen auf Autobahnen, Landesgrenzen sowie städtischen Straßen mit unterschiedlichsten Wetterverhältnissen. Als vorteilhaft erweist sich außerdem, dass die gesamte Testkette an einem Ort gebündelt ist - von den ersten Simulationen bis zu den Tests auf Prüfständen und Fahrten auf privaten und öffentlichen Teststrecken werden im ALP.Lab die nötigen Testumgebungen abgedeckt. Der Geschäftsführer der ALP.Lab GmbH Thomas Zach dazu: „Wir bieten unseren Kunden ein möglichst breites Service aus einer Hand. Dies gelingt uns auf unterschiedlichsten Testumgebungen von der reinen Simulation bis zu realen Straße mit der dazu benötigten Datenverarbeitung sowie den vielfältigen Straßenbedingungen die Österreich zu bieten hat.“
ALP.Lab hat mit etablierten Partnern aus wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung, der Automobilindustrie sowie den Autobahn- und Straßenbetreibern die wichtigsten Interessensvertreter an Bord. Neben den privaten Trägern steuert das österreichische Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) zum Aufbau der Infrastruktur 4 Millionen Euro bei. Die ALP.Lab GmbH stellt eine vielfältige und hochkomplexe Testumgebung für Fahrzeuge mit automatisierten Fahrfunk­tionen bereit, sodass von der Grundlagenforschung, der Datenverarbeitung und Infrastrukturausrüstung bis zur Erprobung ausgereifter Konzepte Forschung für digital voll-integriertes Testen möglich ist. Dank der Kooperation von industriellen und öffentlichen Partnern ist das ALP.Lab eine bedeutende Plattform für die Automobil- und Zulieferindustrie zur Gewinnung und Erprobung neuer Technologien.
www.alp-lab.at

Tabelle: Übersicht der Testmöglichkeiten im ALP.Lab in den Bereichen Testinfrastruktur, Testszenarien sowie Auswertung der Infrastruktur- und Fahrdaten (Quelle: ALP.Lab GmbH)

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Kontakt:
Thomas Zach
Geschäftsführer l ALP.Lab GmbH
Telefon: +43 316 873 32941
thomas.zach@alp-lab.at