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Neues DLR-Institut „Systems En­gineering für zukünftige Mobilität“

Nach der Bewilligung vom Bund in 2019 gab im Juni dieses Jahres der Senat des DLR grünes Licht für das neue Institut.

Inhaltsverzeichnis

Der Verbund des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bekommt Zuwachs: Ein neues Forschungsinstitut mit dem Themenschwerpunkt „Systems Engineering für zukünftige Mobilität“ wird in diesem Jahr in Oldenburg entstehen. Dafür werden der Bund und das Land Niedersachsen pro Jahr 8 Mio. Euro in den Standort Oldenburg investieren. Zudem stellt das Land 20 Mio. Euro für den Aufbau bereit. Das Institut soll aus dem heutigen Forschungsbereich Verkehr des Informatikinstituts OFFIS aufgebaut werden. Die zunächst geplanten gut 60 Wissenschaftler*innen werden primär Forschungsarbeiten zu effizienten und sicheren Systemen in der Bereichen Automobil, Schifffahrt und Bahn durchführen. Automatisierte und autonome Verkehrssysteme haben das Potenzial, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen im Bereich der Mobilität zu leisten. Themenschwerpunkte des neuen DLR-Instituts werden sein:

  • Grundlagen, Methoden, Verfahren und Werkzeuge zur Steigerung und Gewährleistung der technischen Vertrauenswürdigkeit von automatisierten und autonomen Transportsystemen, inkl. Bewertungs- und Zertifizierungsmethoden für deren Zulassung sowie die Förderung von Standards
  • Implementierung der Methoden in virtuellen und physischen Testfeldern
  • Unterstützung der neuen Leitdisziplin „Autonomik“

Speziell die Leitdisziplin Autonomik soll helfen, das Potenzial, das die Integration von immer mehr Entscheidungskompetenz in Maschinen mit Hilfe neuer Ansätze der künstlichen Intelligenz mit sich bringt, bestmöglich zu nutzen. Die Ziele der Autonomik sind vielseitig: Neben der global angestrebten Nachhaltigkeit spielen hierbei die Vertrauenswürdigkeit, Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit eine große Rolle. Umweltbelastungen sollen reduziert werden, indem beispielsweise die vorhandenen Verkehrssysteme effizienter genutzt werden. Es sollen Unfälle vermieden werden (Vertrauenswürdigkeit), es soll ein höherer Komfort während der Reisezeit geschaffen werden (Lebensqualität), und es sollen darüber hinaus Ressourcen geschont sowie Kosten- und Zeitaufwand reduziert werden (Wirtschaftlichkeit). Die Wissenschaft kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie gemeinsam mit Wirtschaft und Politik verschiedene Fachdisziplinen wie Gesellschaftswissenschaften, Psychologie, Philosophie, Human-, Natur- und Technikwissenschaften wie Physik, Mathematik und Informatik zusammenbringt. Das neue Institut wird sich gemeinsam mit Institutionen und Unternehmen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik um den Aufbau entsprechender Kompetenzen im Teilgebiet der Verkehrsautonomik befassen, wodurch ein entscheidender Beitrag zur Erforschung und Entwicklung vertrauenswürdiger hochautomatisierter und autonomer Verkehrssysteme der Zukunft geleistet wird. Bis 2024 soll das Institut auf rund 80 Mitarbeiter*innen anwachsen.
„Wir arbeiten im Bereich Verkehr seit sehr vielen Jahren in diversen Forschungsprojekten eng mit dem DLR zusammen“, so Prof. Dr.-Ing. Axel Hahn, OFFIS-Vorstand. „Mit dieser nun vorgesehenen Institutionalisierung der Zusammenarbeit durch die geplante Überführung unseres OFFIS-Bereichs Verkehr in das neue DLR-Institut ‚Systems Engineering für zukünftige Mobilität‘ entsteht ein großer Mehrwert für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland.“
Das Konzept zum neuen DLR-Institut in Oldenburg wurde bereits positiv wissenschaftlich evaluiert. Der operative Start erfolgte mit dem Senatsbescheid am 23. Juni 2020. Derzeit laufen die Prozesse des Transfers des OFFIS-Verkehrsbereich in das neue Institut, sodass eine Überführung für 2021 angestrebt wird. Gemeinsam werden Prof. Dr.-Ing. Axel Hahn als Gründungsdirektor und Prof. Dr. Martin Fränzle (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) den weiteren Prozess verantworten.

Prof. Dr.-Ing. Axel Hahn, Gründungsdirektor des DLR-Instituts „Systems Engineering für zukünftige Mobilität“
Prof. Dr. Martin Fränzle