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Genaue und sichere Zugortung mit Galileo Satelliten

Satelliten sind für die Fahrzeugortung nicht mehr wegzudenken. Je besser die Qualität der Ortung ist, desto mehr Anwendungsmöglichkeiten sind im Straßen- und Schienenverkehr denkbar. Voraussetzung ist jedoch, dass die Ortungssysteme zuverlässig funktionieren und die Position hinreichend genau bestimmt wird. Ein zertifizierter, d.h. unabhängig bestätigter Nachweis schafft Vertrauen für ihre anspruchsvolle Nutzung und beugt Haftungsansprüchen vor.
Diese Ziele sollen mit mehreren europäischen Projekten unter Führung der europäischen Agentur für satellitenbasierte Ortungssysteme GSA in Brüssel erreicht werden. Forschungsinstitute und Unternehmen sind gleich mit drei Projekten dabei.
Die Zertifizierung der Satellitenempfänger mit einem neuartigen Referenzsystem wird vom Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik der Technischen Universität Braunschweig (iVA) unter der Leitung von Professor Eckehard Schnieder koordiniert, an dem auch das Braunschweiger DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik (TS) beteiligt ist. Ein Ortungssys­tem mit Satellitenempfänger zur sicheren Ortung von Eisenbahnfahrzeugen wird in einem weiteren Projekt unter Leitung der iQST GmbH, einer Ausgründung des iVA und des TS am Forschungsflughafen Braunschweig, entwickelt, an dem neben den beiden Instituten auch der Braunschweiger Eisenbahnzulieferer Baudis Bergmann Rösch Verkehrstechnik GmbH (BBR) mitwirkt. Diese Systeme bilden das Rückgrat des dritten Projekts, einem Leit- und Sicherungssystem für regionale Eisenbahnen, die knapp die Hälfte europäischer Eisenbahnen ausmachen. Das System wird unter der Leitung des internationalen Eisenbahnverbandes UIC entwickelt und soll an einer rumänischen Regionalbahn bei Brasov/Transsylvanien (Siebenbürgen) erprobt werden. Hierin arbeitet neben den Forschungspartnern auch der Bahntechnik-Bereich der Siemens AG. Die drei Projekte haben insgesamt ein Auftragsvolumen von knapp drei Mio. Euro und stehen an vorrangiger Stelle der europäischen Anwendungsprojekte der Satellitenortung, die von der EU mit 26,5 Mio. Euro gefördert werden.

Ausrüstung der Tatra-Bahn zur Eignungsprüfung in der Slowakei in einem Vorgängerprojekt.

Aufgrund ihrer langjährigen Expertise sind die Projektpartner optimistisch. „Wir erwarten nach den Ergebnissen in zwei Jahren den Durchbruch bei den Anwendungen, zeitgleich mit der Betriebsaufnahme des europäischen Galileo-Satellitensystems, das als einziges unter ziviler Kontrolle steht und eine rechtsverbindliche Grundlage bietet“, so Professor Schnieder.